
In Herford fand am vergangenen Wochenende der 33. Internationale Hansetag statt. Von den mittlerweile 181 Mitgliedsstädten der „neuen Hanse“ aus insgesamt 16 Ländern hatten rund 120 ihre Teilnahme zugesagt. Die Delegierten trafen sich zur Mitgliederversammlung im Herforder Schützenhof, die traditionsgemäß vom Lübecker Bürgermeister Bernd Saxe, dem Vormann des Städtebundes geleitet wurde. Für die Stadt Beckum nahm der 1. stellv. Bürgermeister Dr. Rudolf Grothues an der Versammlung teil. Die anwesenden rd. 300 Hanseatinnen und Hanseaten, so werden die Vertreter der Mitgliedsstädte genannt, diskutierten über zahlreiche Themen, wie die identitätsstiftende Wirkung der Mitgliedschaft, den Potenzialen im Tourismus oder wirtschaftliche Verbindungen. So ist gerade die „Wirtschaftshanse“ gegründet worden, ein Bund von derzeit 24 Städten und Unternehmen aus 5 Ländern, die ihre Zusammenarbeit und Kommunikation verbessern wollen. Unter dem Motto „Alte Werte in neuen Zeiten“ wollen insbesondere die Unternehmen wieder an die alten hanseatischen Traditionen wie Verlässlichkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen anknüpfen, mit dem obersten Ziel einer verbesserten wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Diesem Bund sollen nun weitere Städte und Unternehmen beitreten.
Im Bereich Tourismus wird die Entwicklung einer Kulturroute im Sinne des Europarates vorangetrieben. Ähnlich der europaweiten Pilgerwege sollen die Wege zwischen den Hansestädten besser vermarktet werden. Besonderes Augenmerk wird auch auf die Förderung der Jugendhanse gelegt. Jugendlichen in den Hansestädten soll die Geschichte und Tradition der Hanse näher gebracht werden.
Die nächsten Hansetage sind schon bis 2039 vergeben, da verwundert es nicht, dass es zu spannenden Abstimmung kommt, wenn einmal eine Vergabe rückgängig gemacht wird. So geschehen im letzten Jahr: Die Stadt Lünen verzichtete auf die Ausrichtung des Festes im Jahre 2019. Mit Halle an der Saale und Pskow im Nordwesten Russlands meldeten sich sofort zwei Ersatzstädte. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde entschied sich dann die Versammlung mit großer Mehrheit für Pskow, deren Vertreter dieses Ergebnis ausgelassen feierten. Im nächsten Jahr findet der 34. Internationale Hansetag in der Geburtsstadt der Hanse, in Lübeck, statt.
Insgesamt waren in Herford rund 2000 Vertreter der Hansestädte angereist. Besonders beeindruckt war Grothues von der Freude und positiven Stimmung, die vor allem von den weit angereisten Gruppen u.a. aus Frankreich, England und Russland ausging.