50 Jahre „Grottkauer Viertel“

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kinder,

liebe Bewohnerinnen und Bewohner des Grottkauer Viertels,

viele von Ihnen kennen doch sicher das Lied von der Kölner Band Bläck Fööss „En unsrem Veedel“. Auf schönstem Kölsch beschreiben sie wie langjährige Nachbarschaft und Gemeinschaft zusammenschweißen. Ins Hochdeutsche übertragen singen sie so schöne Zeilen wie „Das schönste, das wir haben, schon all die langen Jahre, ist unser Viertel, denn hier hält man zusammen, egal was auch passiert, in unserem Viertel.“

Und damit begrüße ich Sie alle ganz herzlich auf Ihrem Nachbarschaftsfest, mit dem Sie auch das 50-jährige Jubiläum des Grottkauer-Viertels feiern.

Ich danke allen, die hier mitorganisiert haben, die hier mitwirken, ob aus Kindergarten oder Grundschule, Förderverein, Sportverein, Kreissportbund, Freiwilligen aus dem Viertel oder auch Bewohnerinnen und Bewohnern der ersten Stunde. Hier sind vor 50 Jahren viele Familien, überwiegend aus Schlesien, hergezogen. Die Straßennamen zeugen noch davon.

Ein Blick auf die Altersstruktur aus dem Jahr 1972 verglichen mit heute zeigt deutlich: Anfangs war das Viertel sehr jung. Kinder und junge Familien stellten  Anfang der 70er  der Bewohnerschaft. Heute sind die unter 17-Jährigen in der Minderheit, die 50-65-Jährigen dominieren, dicht gefolgt von den über 66-Jährigen und den 30-49-Jährigen. Insgesamt ist die Einwohnerzahl von damals von 1384 auf 978 Personen geschrumpft. Mit einer solchen Entwicklung stehen dieses Viertel und Beckum natürlich nicht allein da. Überall kippt die Alterspyramide. Überall bröckeln herkömmliche familiäre Strukturen. Die Kinder ziehen weg, Häuser werden nicht mehr so selbstverständlich wie früher an die nächste Generation übergeben.  Ich freue mich, dass eine Befragung in Beckum zu dem Ergebnis gekommen ist, dass unsere Älteren eine hohe Zufriedenheit über ihre nachbarschaftliche Einbindung und die Erreichbarkeit zu Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten geäußert haben. Das ist umso erfreulicher als natürlich der Mobilitätsradius im Alter abnimmt. Genau da setzt das Projekt „Bei uns im Viertel an“, das bereits sehr erfreuliche Früchte zeigt.  Sorgende Nachbarschaften sollen dazu beitragen, dass Ältere sich sicher, umsorgt und in guter Gesellschaft fühlen. Sie sollen in ihren gewohnten Lebenssituationen verbleiben können und ihre gesellschaftliche Teilhabe erhalten, vielleicht sogar ausbauen. Sie wollen ja nicht nur Hilfe annehmen, sie wollen sich selber zunehmend auch einbringen, selbst helfen und mitwirken. Und so ist ein Nachbarschaftsprojekt wie dieses, das unabhängig von familiären Strukturen und generationsübergreifend Menschen näher und passgenau zusammenbringt, eine moderne und absolut begrüßenswerte Initiative. Hier können gemeinsame Anliegen zusammengeführt, ein Netzwerk aufgebaut werden. Und das, was die Bläck Fööss beschreiben, nämlich ein positives Wir-Gefühl, das stellt sich in einer lebendigen Nachbarschaft, wenn alle sich bemühen, von ganz alleine ein. Ich freue mich, dass so viele daran mitwirken.

Heute wird nun das Jubiläum dieses Viertels im Westen der Stadt gefeiert, mit Musik und Tanz, Kinderprogramm, Flohmarkt, Ausstellung und allerlei Leckereien. Kurz: „Bei uns im Viertel“ … ist was los. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg, dem Viertel weiterhin eine tolle Nachbarschaft und bei der heutigen Feier Ihnen und euch allen viel Vergnügen!

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