Das Museum RELiGIO in Telgte ist ein kultur- und religionsgeschichtliches Museum, das sich mit dem Zusammenleben von Religionen und Konfessionen befasst und religiöse Vielfalt als Teil gesellschaftlicher Wirklichkeit thematisiert. In unmittelbarer Nähe zur Alten Synagoge Telgte gelegen, widmet sich das Museum seit vielen Jahren der jüdischen, christlichen und muslimischen Geschichte sowie Fragen von Erinnerungskultur, Toleranz und interreligiösem Dialog. Die Ausstellung „CHAIM. Jüdische Lebenswelten in NRW“, die von Mai bis September 2027 im Museum RELiGIO Telgte gezeigt werden soll, reagiert auf den seit dem 7. Oktober 2023 deutlich gestiegenen Antisemitismus und die damit verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen. Ziel ist es, jüdisches Leben in Nordrhein-Westfalen – dem Bundesland mit der größten jüdischen Bevölkerung in Deutschland – in seiner historischen Tiefe, kulturellen Vielfalt und gegenwärtigen Realität sichtbar zu machen. Im Mittelpunkt sollen jüdische Stimmen und Biografien stehen, die Entwicklungen vom 19. Jahrhundert über Holocaust und Neuanfänge nach 1945 bis in die Gegenwart nachzeichnen. Geplant sind historische und zeitgenössische Exponate, Interviews sowie mediale und interaktive Elemente, ergänzt durch ein Begleitprogramm mit Bildungs- und Vermittlungsangeboten. Darüber hinaus soll die Ausstellung als Wanderausstellung konzipiert werden, um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Begleitend zur Ausstellung ist die Veröffentlichung eines wissenschaftlich fundierten und zugleich allgemein verständlichen Katalogs geplant. Dieser soll die Inhalte der Ausstellung vertiefen und durch Fachbeiträge ergänzen. Der geplante Katalog soll die Ausstellung inhaltlich vertiefen und jüdische Lebenswelten in Nordrhein-Westfalen aus historischer wie gegenwartsbezogener Perspektive darstellen. Vorgesehen ist eine einführende Rahmung, an die sich Beiträge zur Geschichte des Landjudentums in Westfalen, zur Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in Telgte sowie zur Neugründung jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen nach 1945 anschließen sollen. Ergänzend sollen Texte zu religiösen Regeln, Ritualen und Festen sowie zu aktuellen jüdischen Lebensrealitäten in Deutschland aufgenommen werden, um die Vielfalt jüdischen Lebens sichtbar zu machen. Den Abschluss des Bandes soll eine Analyse des Antisemitismus in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 bilden, die den Bogen von historischen Erfahrungen zu gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen schlagen soll. Die NRW-Stiftung fördert diesen Katalog mit 10.000 Euro. Beitragsnavigation Rotkreuzgemeinschaft Münster für Engagementpreis NRW 2025 nominiert