Ausstellung zum 10. Todestag von Heinrich Gerhard Bücker in der Alten Lagerei

Sehr geehrter Herr Bücker-de Silva, liebe Familie Bücker-de Silva,

sehr geehrter Herr Pastor Wachowsky, meine sehr geehrten Damen und Herren,

Heinrich Gerhard Bücker war nicht nur Ehrenbürger der Stadt Beckum, er hat auch wie kein zweiter seinen künstlerischen Fuß- oder besser Handabruck in seiner Heimatstadt hinterlassen. Dass Sie nun anlässlich seines 10. Todestages einen Teil seines künstlerischen Nachlasses in dieser Ausstellung präsentieren, freut mich sehr. Gleichzeitig bin ich sehr neugierig, da in dieser Ausstellung auch Werke zu sehen sind, die bisher nicht veröffentlicht wurden. Es ist mir eine Ehre, Sie alle ganz herzlich im Namen der Stadt Beckum zur heutigen Ausstellungseröffnung begrüßen zu dürfen!

Für die Beckumerinnen und Beckumer meiner Generation kann ich sagen, dass wir mit Heinrich Gerhard Bückers Werken groß geworden sind. Ob es das Steinkühler-Denkmal auf der Nordstraße ist, der Nepomuk, der seinen Standort im Flussbett der Werse hat, der Pütt-Brunnen auf dem Marktplatz, der jüngst Gegenstand eines Bürgerentscheids war oder die bronzene Tür des Alten Rathauses, in dem das Stadtmuseum seinen Sitz hat, überall lässt sich die Handschrift des bedeutenden Beckumer Künstlers erkennen.

Erwähnenswert sind auch

  • an der Außenfassade der Propsteikirche St Stephanus ein Portrait der Heiligen Therese von Lisieux,
  • die Bronzebüste des Kardinals von Galen, von der sich ein Abguss in der Grundschule in Vellern befindet – ein weiterer Abguss kam 1982 in die vatikanischen Museen nach Rom,
  • das Portrait des Gründers des Beckumer Krankenhauses, Wilhelm Emanuel von Ketteler: Es befindet sich im St. Elisabeth-Hospital – Auch von dieser Arbeit existiert seit 1975 eine Ausfertigung in Rom im Gebäude des Osservatore Romano,
  • in Vellern findet sich der kleine Brunnen mit der heiligen Nothild,
  • die Figur des Franziskus im „Neuen Diek“ – malerisch unter Bäumen gelegen,
  • oder die große Bronzeplastik auf dem Dorfplatz mit der Darstellung des Kampfes des Erzengels Michael,
  • dort befindet sich auch ein Relief des Kardinals von Galen als „Löwe von Münster“ im Widerstand gegen das Naziregime.

Heinrich Gerhard Bückers Werk zeichnet sich aus durch eine klare Formensprache. Er besaß die Gabe, seinen Kunstwerken mit nur wenigen Linien und Farben und durch die Auswahl der Materialien einen Ausdruck zu verleihen. Die sakrale Kunst war sicherlich der Schwerpunkt seines Wirkens. In Vellern finden wir

  • in der St. Pankratius-Kirche als frühes Werk von 1945 denKreuzweg
  • das bronzeneFriedhofskreuz,
  • in Beckum die kleine Madonna vor dem Kindergarten St Stephanus,
  • die Altargestaltung in der Stephanuskirche und auch in der Liebfrauenkirche,
  • und nicht zuletzt die vielen „Bücker“-Bibeln, die sich im Besitz zahlloser Beckumer Familien befinden und dort wie Kleinode behandelt und von einer Generation an die andere weitergereicht werden.

Die sakrale Kunst war es auch, mit der sich Heinrich Gerhard Bücker überregional und international größtes Ansehen erwarb.
Viele Beckumerinnen und Beckumer waren stolz, als er 1983/84 als erster lebender Künstler in der vatikanischen Bibliothek über 500 Tusche-Zeichnungenseines Bibelbandes „Alpha-Adam-Atom-Omega“ auf Wunsch von Johannes Paul IIausstellen durfte, der zuvor im Vatikan eine Ausstellung moderner Kunst vor einer der Genesis-Tafeln Bückers  eröffnet hatte.  Im selben Jahr wurde Bückermit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 1992 zum Ehrenbürger der Stadt Beckum ernannt.

Als Geograph hat es mich immer sehr gefreut, dass Bücker ein großes Interesse an topographischen Besonderheiten unserer Region hatte und nach umfangreichen Recherchen zu der nicht ganz unumstrittenen Erkenntnis gelangte, dass die Varus-Schlacht möglicherweise in unserer Region zu verorten sei.

Diese grobe und keineswegs vollständige Erläuterung seines Werkes macht deutlich, dass Heinrich Gerhard Bücker ein vielseitig interessierter und begabter Künstler war. Die Basis seines Schaffens war seine christliche Überzeugung und sein tiefer Glauben.

Am morgigen 11. August jährt sich sein Tod zum 10. Mal. Ich danke dem Freundeskreisund Ihnen, liebe Familie Bücker-de Silva, dass sie zu diesem Anlass diese Ausstellung durchführen und ihren Vater so wieder neu in Beckum sichtbar machen. Mein Dank gilt auch den Eheleuten Münstermann-Schnitz für die Bereitstellung dieser wunderbaren Räumlichkeiten.

Ich wünsche der Ausstellung ein aufmerksames und zahlreiches Publikum und auch viele Kaufinteressierte, denn ein Drittel des Erlöses wird gespendet. Der Betrag wird aufgeteilt zwischen dem Förderverein des katholischen Kinderwohnheims St. Klara e.V.  und der evangelischen Kinderhilfe Lima e.V. von Pastor Robert Wachowsky sowie einem überkonfessionellen Verein im Sinne des Künstlers (Pro Veritate e.V.)

Lassen Sie uns gemeinsam beim Rundgang durch die Ausstellung den Künstler und den Menschen Heinrich Gerhard Bücker in seinen Werken entdecken. Zuvor aber gebe ich das Wort weiter an … Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit!

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